Familienkonferenzen haben den Vorteil, dass sich alle aus der Familie „endlich“ wieder an einen Tisch setzen. Auf der Sachebene können Konflikte ausgetragen werden, ohne dass es dabei Verlierer gibt.

Ziel einer Familienkonferenz ist es schwelende Konflikte wahrzunehmen, zu klären, Wut zu thematisieren, Verletzungen zu benennen, und dies ohne sich gegenseitig anzuklagen. Häufig gibt es kaum oder keine Regeln im gemeinsamen Zusammenleben, denn bisher ging es irgendwie immer.

Dennoch sind bestimmte Situationen belastend für alle am Prozess beteiligten Personen. Hier müssen dringend neue Regeln geschaffen werden. Regeln sind nicht so zu verstehen, dass sie den einzelnen einengen oder bevormunden. Nein, im Gegenteil: Regeln erleichtern das Zusammenleben auf beiden Seiten, bei Eltern aber auch bei den Kindern. Wenn Regeln eingehalten werden, sind Wünsche und Anforderungen in den Familien zu respektieren. Diese Form des Respekts ist gleichzeitig auch eine Form des Respekts der Personen voreinander. Das ist ein entscheidendes Merkmal für ein gemeinsames Leben in Würde und friedlichem Miteinander.


Grundlagen der Familienkonferenzen:

1. Aktives Zuhören
Aktives Zuhören ermöglicht es dem Zuhörer die Sichtweise des Gegenübers zu verstehen. Gleichzeitig ist es die Fähigkeit Meinungen und Gefühle von Familienmitgliedern zu reflektieren. Zentrales Merkmal des aktiven Zuhörens ist es, dass das einzelne Familienmitglied insbesondere das einzelne Kind befähigt wird, die eigenen Probleme zu verstehen und Problemlösungen selbständig auf den Weg zu bringen. Ein wichtiges Merkmal ist es gesagte Worte selbständig mit eigenen Worten zu wiederholen.

2. Ich – Botschaften
Ich–Botschaften sind neutrale, sachliche Aussageformen, durch welche der Sprecher seinem Zuhörer etwas von sich mitteilt. Das kann eine Aussage über seinen Gefühlszustand oder einen Sachverhalt sein. Häufig wird etwas thematisiert was eine Auswirkung des Zuhörers auf den Sprecher hatte. („Wenn du mit schmutzigen Schuhen die Wohnung betrittst und sie an der Eingangstür nicht abputzt, dann muss ich meine Zeit dafür verwenden sie wieder sauber zu machen. Und das mag ich nicht.“)

3. Funktion des Umschaltens
Ein Ziel von Ich-Botschaften ist es, einem Kind ein bestimmtes Problem zu vermitteln, damit vom Kind dieses Problem anerkannt wird. Unter Umständen kann das Kind für sich emotional das Problem als sein eigenes erkennen. Ist ein Kind in der Lage ein Problem als sein eigenes zu akzeptieren, bildet aktives Zuhören die Grundlage zur Problemlösung. Hier entsteht der konstruktive Dialog. Der Wechsel von Ich–Botschaften zu aktivem Zuhören nennt man auch Umschalten.

4. Konfliktlösungen ohne Niederlage
Konfliktlösungen ohne Verlierer schaffen neues Vertrauen (Win–Win-Situationen schaffen = beide Konfliktpartner gewinnen in der Situation). Beide Parteien können neue Wege aufeinander zu gehen.

5. Verhaltensmuster
Akzeptanz und die Erweiterung von Problembewusstsein ist Ziel von Familienkonferenzen. Aktives Zuhören ist ein zentraler Schlüssel für Verstehen, Verständnis, Nachvollzug von Gesagtem, Offenheit, Ehrlichkeit und dem sich Einlassen für Veränderungen. Dabei muss unterschieden werden zwischen Bedürfniskonflikten und Wertkonflikten. Handelt es sich um einen Bedürfniskonflikt hat ein Elternteil die Möglichkeit durch Ich–Botschaften seine Bedürfnisse zu äußern. Liegt ein Wertekonflikt vor, kann ein Elternteil dem Kind häufig kein gerechtfertigtes Interesse vermitteln. Konfliktlösungen, die nicht auf Machtausübung begründet sind, sollten an dieser Stelle genutzt werden.

(nach Thomas Gordon, 1970)


Termine nach Vereinbarung.

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