Unternehmensnachfolge ... aber wie?

Auffällig ist, dass eine große Anzahl von Betrieben, die Nachfolger suchen, nur vage oder gar keine klaren Vorstellungen haben, wie eine Betriebsübergabe vollzogen werden kann.

In Deutschland stehen zur Zeit 300.000 Betriebe bereit, die einen Nachfolger suchen. Doch einen geeigneten Nachfolger zu finden ist in der Regel einfacher gesagt als getan.
Nach einer Studie der Mittelstandsforschung wurden im Jahre 2005 insgesamt 5.900 Betriebe stillgelegt, weil keine Nachfolger gefunden werden konnten. Das hatte zur Folge, dass knapp 34.000 Arbeitsplätze verloren gingen.

Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Bei genauerem Hinsehen zeigt es sich, dass derjenige, der seinen Betrieb übergeben will, kaum Vorstellungen darüber hat, wie das Profil eines möglichen Nachfolgers aussehen soll.

Die Suche nach einem Nachfolger bedeutet die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Ein Nachfolger benötigt bestimmte Kompetenzen, die er für seine Führungsaufgabe mitbringen muss. Pauschallösungen gibt es leider nicht. Es muss immer im Einzelfall geschaut werden welche Anforderungen für das jeweilige Unternehmen erforderlich sind. Die Fehlerquote ist dabei nicht unerheblich.
Übergabefehler ergeben sich häufig in folgenden Bereichen: steuerliche Fehlentscheidungen, rechtliche Fragen, Finanzierungsfehler und die psychologische Komponente.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte der Nachfolger mitbringen? Hier scheiden sich die Geister. Es gibt bestimmte Kernkompetenzen, die erforderlich sind, um einen Betrieb zu führen und zu leiten. Dazu zählen:

· Einfühlungsvermögen / Empathie
· Darstellung komplexer Vorgänge
· Kommunikationsfähigkeit
· argumentativ überzeugen
· Konfliktfähigkeit
· Kooperationsbereitschaft
· Managementfähigkeiten
· Kontaktfreudigkeit
· Verhandlungsgeschick
· Schaffen von „win-win“ Situationen
· Fähigkeit Angebote zu erstellen
· Führungserfahrung
· Erfahrung im Personalmanagement
· Marktübersicht
· Konkurrenzanalyse
· Werbestrategien
· Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
· Steuerrechtliche Kenntnisse

Die Liste kann noch weiter geführt werden. Zu beachten gilt, dass es in der Regel kaum einen Nachfolger gibt, der allen Anforderungen entspricht. Aber Führung kann erlernt werden.

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen an seine Leitung. Deshalb ist es nicht möglich ein einheitliches Anforderungsprofil für alle Unternehmen zu erstellen, die einen Nachfolger suchen.

Folgende Fragen sind von zentraler Bedeutung:
1. Welcher Nachfolger passt zu meinem Betrieb?
2. Welche Fähigkeiten muss er mitbringen?
3. Wie können Defizite kompensiert werden?
4. Wie und wo findet sich ein geeigneter Nachfolger?

Da das keine leichte Aufgabe ist muss individuell gearbeitet werden. Dabei bin ich Ihnen gerne behilflich.

Im Folgenden möchte ich wichtige Punkte aufzeigen, die in der Vergangenheit immer wieder zum Scheitern von Übergaben geführt haben.

Die gemeinsame Zeit bis zur Übergabe darf nicht zu lange dauern. Während der gemeinsamen Unternehmensleitung kommt es immer wieder zu Kompetenzüberschneidungen. Das führt zu erheblichen Irritationen bei Geschäftspartnern und beim Personal im eigenen Betrieb. Deshalb ist eine Arbeitsplatzbeschreibung beider Chefs für die Dauer der Übergabe von dringender Notwendigkeit. Hier werden Fragen geregelt, die lauten können: Wer hat welche Aufgaben zu erledigen? Wer sagt welchen Mitarbeitern was zu tun ist?

Die emotionale Ebene bei der Unternehmensnachfolge wird häufig unterschätzt und zeigt sich als eines der Hauptgründe, weshalb Übergaben scheitern. Wer Jahrzehnte ein Unternehmen aufgebaut und daraus sein Lebenswerk hat entstehen lassen, weiß möglicherweise aufgrund seines Alters, dass es irgendwann heißt Abschied zu nehmen. Aber wirklich loslassen zu können und sich aus dem operativen Geschäft zurück zu ziehen ist oft leichter gesagt als getan.
Mit der Übergabe sollte ein Stück Firmengeschichte abgeschlossen sein. Der „neue Chef“ muss seinen Weg finden. Wenn der einstige Chef immer wieder mal rein schaut, um zu schauen, wie es denn so läuft, so macht er sich damit ganz bestimmt keine Freunde. Umso wichtiger ist es für den alten Chef sich bereits vor der Übergabe Gedanken darüber zu machen, wie denn sein Lebensabend oder Ruhestand gestaltet werden soll. Hobbys, Reisen, Vereinsleben sollten bereits geplant werden, bevor der Betrieb übergeben wird. Loslassen ist das zentrale Thema.

Termine nach Vereinbarung.

Telefon (05 41) 5 19 12
Mobil (01 77) 7 99 38 72


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